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Epitaph für Dorothea von Nordeck zu der Rabenau


Autor und Fotos: Hartmut Geißler

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Dorothea von Nordeck zu der Rabenau war die erste Ehefrau von Bernhard Horneck von Weinheim. Ihre Familie gehörte zum Uradel des Lahngaues. Ihr ursprünglicher Stammsitz war die Burg Nordeck bei Allendorf/Gießen.

Die Horneck von Weinheim waren ein altes, zur Ritterschaft am Rhein gehörendes freiherrliches Geschlecht, dessen Stammort das Städtchen Weinheim (an der Bergstraße) ist; Bernhard wurde 1505 zu einem Ingelheimer Schöffen gewählt; der Familie besaß neben vielem anderen Grundbesitz in Ingelheim auch das große Grundstück zwischen Burgkirche, Seufzerpfad in Ringgasse mit dem "Schießgraben" sowie das Anwesen Stiegelgasse 48, in dem im 19. Jahrhundert Präsident Dr. Martin Mohr und im 20. Jahrhundert der spätere Bundespräsident Richard von Weizsäcker wohnten.

Erhalten ist von ihnen das Grabmal der ersten Ehefrau Dorothea, rechts neben dem Koppenstein-Epitaph an der Westseite des Turmes. Nicht erhalten ist ein Totenschild für Wilhelm Horneck von Weinheim, gest. 1549, den Helwich und Kremer überliefern.

In einem architektonischen Rahmen von "Beschlagwerk-Renaissance", wie es Rauch (Kunstdenkmäler) nennt, kniet ein betendes Paar vor einer Darstellung des aus seinem Grabe auferstehenden Christus. Dies ist evangelischer Auferstehungsglaube: Weil Christus auferstanden ist, hoffen wir im Glauben auf das Gleiche.

Foto: Gs

 

Auf dem oberen Rahmen steht:

Tod wo ist dein Stachel
I. Cor; XV. Got hat den Herrn auferweckt und wird uns auferwecken durch seine Kvahl


Von den beiden Inschrifttafeln darunter ist nur die rechte, die Ehefrau betreffend, benutzt, während die linke frei geblieben ist und wohl für ihren Mann vorgesehen war, aber nicht benutzt wurde, vielleicht wegen der zweiten Ehefrau.

Die Inschrift für Dorothea lautet:

rechte Inschrift für die Verstorbene


                             IM IAR 1578 DEN 9. AVGVSTI IST IN
                             GOTT CHRISTLICH VERSCHIDE[N] DIE EDELE
                             VUND DUGE[N]TSAME
FRAW DOROTHEA HOR
                             NECKIN VO[N] WEI[N]HEI[M] GEBORNE VO[N] NÖRDEKE
                             ZV DER RABENAW DER GOTT GNEDIG VND
                             BARHERZIG SEIN VND EIN FROLICHE AVF
                             ERSTEHV[N]G VERLEIE[N] WÖLLE. AMEN.

(Ausgelassene Buchstaben sind durch Zeichen über den vorausgehenden Buchstaben markiert.)

Sanduhr als Symbol des verrinnenden Lebens; Foto: Gs

 

 

 

 

 

 

 

 

Links und rechts der beiden Inschrifttafeln sind zwei "Füße" des Bildes nachgebildet mit Symbolen des Todes: rechts (siehe oben) ein Totenkopf, überschrieben mit "Todt" und links eine verrinnende Sanduhr, überschrieben mit "Zenith".

 

Zur Familie Horneck von Weinheim


Gs, erstmals: 20.09.11; Stand: 10.04.21