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Gedenktafel für Anna Amelia Lopes de Villanova


Autor und Foto: Hartmut Geißler

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Anna Amelia war eine Tochter von Martin Lopes de Villanova und eine Schwester des Friedrich Justus, dessen großes schwarzes Epitaph links neben der Kanzel hängt; sie starb mit achteinhalb Monaten am 28. Februar 1628, als katholische Truppen aus den spanischen Niederlanden die Rheinlande besetzt hielten. Wenige Tage danach, am 6. April 1628, wurde die Kaiserpfalz-Erinnerungstafel am Schaffnereitor des ehemaligen Augustinerstifts im Nieder-Ingelheimer Saal angebracht. Auf ihr wurde auch vermerkt, dass der katholische Glaube wieder eingeführt worden sei - eine schwere Zeit für die protestantischen Lopes de Villanova, die aber immerhin eine Erinnerungstafel für ihr Kind noch in der wahrscheinlich auch rekatholiserten Kirche St. Wigbert (Burgkirche) anbringen lassen konnten.

Ihre sorgfältige gestaltete Illustration (die beiden Wappen mit Beschriftungsbändern und ein Totenkopf mit Knochen und Flügeln) sowie die Beschriftung zeigen (trotz einiger kleiner Fehler), dass man auch in jener Kriegszeit qualitativ hochwertige Steinmetzarbeiten anfertigen konnte (im Gegensatz zur Erinnerungstafel im Saal).

Der Text auf der Fläche unter den Wappen und dem Totenkopfengel lautet:

ANNO 16Z8 DEN Z8 FEB
IST IN GOTT SELICH VER
SCHITEN ANNA AMELIA
LOPES VON VILLANOVA
IHRES ALTERS ACHT HALB
MONAT DER WOLL EDLEN
MARTIN LOPES VON VILL
ANOVA VND AMELIA DORO
THEA VON ABTENZEIL
EHELICHE DOCITER WEL
CHER GOTT EIN FROE
LICHE AUFERSTEVNG
VERLEICHEN WOELLEN
AMEN

Und die Umschrift verkündigt gläubig:

ALLHIE LICH (=liege) ICH BEGRABEN/
SO LANG MANS LEYDEN MACH (=mag)
VON CHRISTO/ WERDT ICH ERHABEN/
WOLL AN DEM IVNGSTEN TAG

 

 Gs, erstmals: 17.09.11; Stand: 07.04.21