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4. "Freier Platz"


Autor und Foto: Hartmut Geißler
nach Krienke

Der freie Platz bildet den Schnittpunkt der drei Hauptstraßen, die das alte Dorf in Richtung der jeweiligen Pforten nach Osten, Süden und Westen durchzogen.

Die den Platz westlich begrenzenden Baufronten wurden während des 19. und 20. Jahrhunderts mehrfach erweitert, dürften aber zum mächtigen früheren Obentraut-Besitz gehört haben. „Beherrschende Lage und repräsentative Bauausführung unterstreichen den Anspruch des am Ort wohlhabendsten und einflussreichsten Adelsgeschlechtes.“ (Krienke)

Der Name der von hier nach Norden abzweigenden Backesgasse weist darauf hin, dass sich dort das einstige Gemeindebackhaus befand, in dem bis 1848 auch die Amtstuben der ersten hessischen Verwaltung untergebracht waren.

Auf dem Platz stand früher das öffentliche Wiegehäuschen, und eine Weede diente als Viehtränke und Feuerlöschstelle. An der östlichen Seite zeigt ein als Wasserwerk bezeichneter Sandsteinbrunnen in schlichter Gestaltung die technischen Errungenschaften des späten 19. Jahrhunderts. Größte Zierde des Freien Platzes ist heute die aus einem benachbarten Weingut stammende, bestens erhaltene Eichenholzkelter von 1758.

 

 

Der Renaissance-Treppenturm des Obentrautschen Anwesens mit "welscher Haube"



Gs, erstmals: 25.02.06; Stand: 11.01.21