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3. Die Obentraut-Hofanlagen


Autor und Fotos: Hartmut Geißler
Neufassung 2020 unter Benutzung von Krienke
und eines Vortrages von Dr. Joachim Gerhard über die Obentrauts vom 30.07.2015


Die Obentrautschen Höfe; Foto: Gs

Obentraut-Inschrift über der Toreinfahrt zur Scheune an der Obentrautstraße; Foto: Gs

Die Bauten des Obentrautkomplexes (aus verschiedenen Zeiten!), rückwärtig angrenzend an Teile der Wehrmauer des nördlichen „Effengrabens“, reichen von der ehemaligen Zehntscheune mit repräsentativem Wellengiebel bis hinauf zum Renaissancepalais am Freien Platz, mit hochgezogenem Staffelgiebel und einem Treppenturm mit Welscher Haube. Dieses Gesamtgrundstück, das mittlerweile unter mehrere Besitzer aufgeteilt wurde, umschloss eine Fläche von ca. 8 Morgen.

In der (nicht mehr vorhandenen) Hofkapelle hielten zeitweilig die Katholiken ihren Gottesdienst ab, weil sie ihre Kirche durch die Reformation vom 1565 verloren hatten.

Das Obentraut-Wappen aus Humbracht S. 59; Repro: Gs

 

Ein Familienzweig der Ritter von Obentraut, der vom 16. bis zum 18. Jahrhundert in Großwinternheim ansässig war, verfügte hier zeitweise über einen Gesamtbesitz von etwa 80 Morgen Land, einschließlich der Eulenmühle an der Selz. Er beginnt mit Hilger v. O. (1486-1557), der Schultheiß und Schöffe des Ingelheimer Reichsgerichtes war.

Einer seiner Enkel hieß wie der bekannte Reiteroberst im Dreißigjährigen Krieg auch Hans Michael von Obentraut, es ist aber nicht dieselbe Person! Auf ihn als Erbauer weist der Schlussstein über der Toreinfahrt hin: H.M.V.O./1609. Sein Wappen wurde herausgehauen.

Nach dieser für den Ort und ganz Ingelheim so wichtigen Familie wurde nach 1972 diese Straße benannt.

 

Gs, erstmals: 25.02.06; Stand: 02.11.20