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Sebastian Münsters Karte der "Nüw Welt"


"quam vocant Brasilii et Americam"
= die die Brasilianer (!) auch Amerika nennen

Aus Cosmographie 1545; Foto: Dr. Anton Friedt


Diese Karte hat Sebastian Münster erstmals in seiner 1540 erschienenen Geographia universalis von Ptolemäus veröffentlicht und dann in der Cosmographie weiterbenutzt.

Nord- und Südamerika, verbunden durch Mittelamerika, sind gut zu unterscheiden. Der Name "America" ist von ihm richtig nur auf den Süden bezogen, da Amerigo Vespucci nur an der Küste Südamerikas entlang gesegelt ist. Dessen Beschreibung dieses neuen "zusammenhängenden" Erdteils (lat. "continentem"), also keine Insel, hat den "Kontinent" in Europa bekannt gemacht.  Heutzutage haben die US-Amerikaner den Namen usurpiert und halten sich oft fälschlich (allein) für "America".

 

Japan (Zipangri) und China (India superior mit Marco Polos sagenhafter Großstadt Quinsay) - am linken Bildrand - sind viel zu nahe an Amerika dargestellt.

 

Im Norden von Südamerika ist das Vorkommen von Gold und Perlen vermerkt, im Osten (des heutigen Brasiliens) ein Bild von Kannibalen und im Süden der Vermerk: "regio Gigantum", d.h. die Gegend der Riesen, die es dort nach Pigafetta (1520) gab. Die Kannibalen haben menschliche Gliedmaßen offenbar an einem Holzstoß aufgehängt, an dem sie gebraten werden sollen.

 

Gs, erstmals: 26.8.06; Stand: 22.12.20