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17. Spitzkegelturm an der Bahnhofstraße


Autor und Foto: Hartmut Geißler


An der Bahnhofstraße steht neben dem prächtigen alten kaiserlichen Postamt von Ober-Ingelheim ein weiterer Spitzkegelturm. Nach unten schließen sich Mauerreste an. Die Erbauungszeit der Mauer lässt sich nach Hundhausen durch eine bestimmte Schießschartenform (für Armbrustschützen) zeitlich einordnen: eine kurze Schlitzscharte mit fischschwanzartig abgesenktem Fuß, deren Form auf eine Entstehung im 14. Jh. hinweist (siehe übernächstes Bild).

Von hier aus gibt es einen schönen Spazierweg an den Mauerresten entlang bis hinab zur Mühlstraße.

Ähnlich wie die Türme in der Burgunderstraße und im Unteren Zwerchweg wurde dieser Bau als runder Vorlageturm mit einem spitzen, gemauerten Steindach errichtet. Durch erhaltene Balkenreste ist er datierbar auf ca. 1473.  Er wurde damals vor die ältere Mauer "gelegt", wie üblich im Graben davor. Sein Fuß lag zur Erbauungszeit deshalb viel tiefer als heute.

Der Graben wurde wohl im 19. Jh. zugeschüttet und ist heute nicht mehr zu sehen. Mauer und Graben verliefen von hier hinab nach Westen und bogen auf Höhe der Mühlstraße nach Süden um in Richtung Hammergässer Tor und oberes Altegässer Tor. Auf der anderen Seite der heutigen Bahnhofstraße führt ein kleiner Fußweg an Mauerresten entlang hinauf zum Rinderbachtor.

An dieser Stelle wurde die Wehrmauer beim Bau der Bahnhofstraße abgetragen, weil sie von der neuen Straße durchschnitten wurde.

Spitzkegelturm an der Bahnhofstraße mit herablaufender Mauer; Foto: Gs
Fischschwanzscharte in der Mauer neben dem Turm an der Bahnhofstraße von außen; Foto: Gs

 

Zu den Wehrmauern Ober-Ingelheim allgemein


Gs, erstmals: 13.03.06; Stand: 24.12.20