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Sporkenheim
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Historischer Rundgang Autoren: Ernst Kähler und Hartmut Geißler Fotos: Hartmut Geißler Wie weit westwärts die wenigen Sporkenheimer Höfe den Ingelheimer Orten vorgelagert sind, lässt sich sehr gut auf der Rheinhessen-Karte Karte Brilmayers von 1905 erkennen:
Quer durch die Karte zieht sich die napoleonische Straße, die Route Charlemagne, mit der auch Sporkenheim rechtwinklig verbunden wurde. Auffällig ist aber auch der viel ältere recht gradlinige Verbindungsweg von Sporkenheim nach Ober-Ingelheim - wohl ein Zeichen für frühere Besitzzugehörigkeiten (s.u.).
Hohe Wohn- und langgestreckte Stalltrakte zeigen dort giebel- oder traufständig die prägende Anordnung der früheren Ursprungsgehöfte an. Dazu gehören u. a. letzte bauliche Spuren von Backhaus und Zehntscheune (ohne Fotos). Bild unten: Höfe an der Gaulsheimer Straße
Kostbarstes Denkmal Sporkenheimer Lokalgeschichte sind die „Am Kloster“ (Haus Nr. 4) erhaltenen Außenmauerpartien einer romanischen Kapelle, die in den Bau einer Scheune einbezogen wurden. Es ist das ehemalige Anwesen von Ambrosius Köhler:
Alte Reichsurkunden nennen den Ort „Spurchenheim“ und überweisen ihn ab 1128 in den Besitz des Mainzer Erzbistums. In dieser Periode formten sich aus dem einstigen Vorwerk des Nieder-Ingelheimer Kaiserpalastes sechs stattliche Gutshöfe, deren markante Grundanlage auf Karten und in der bestehenden Baustruktur teilweise noch nachvollziehbar ist. Die Mainzer Rechte scheinen in der Zeit danach aber wieder abgebröckelt zu sein. Neben adeligen Ministerialen (1140 ist ein "Gerlach von Ingelheim" aus Ober-Ingelheim als Besitzer erwähnt) war seit 1290 auch das Ober-Ingelheimer Nonnenkloster „Engelthal“ mit einem dieser großen Wirtschaftsanwesen ausgestattet. Daher der heutige Straßenname "Am Kloster". Das Kloster wurde 1573 durch die kurpfälzische Regierung aufgehoben und der Sporkenheimer Hof eingezogen und wieder an andere vergeben. Bedeutung hatte Sporkenheim bis 1769 auch als Raststation für ungarische Aachen- Wallfahrer. Daran erinnern möglicherweise ein urkundlich überlieferter „Straßenborn“, wohl am Rastplatz der Aachen-Wallfahrer, sowie der Flurname „Biljesgewann“, von "Bildchesgewann", d.h. eine Flur, wo anscheinend damals ein "Bildchen", z. B. eine Kreuzigungsgruppe, als Andachtsbild stand. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gelang den Ingelheimer Grafen Erwerb und Vereinigung sämtlicher Hofreiten in Sporkenheim. Noch am 10. Oktober 1793 - die französischen Revolutionstruppen waren gerade zum ersten Mal abgezogen, um im nächsten Jahr wieder zu kommen - wurde dem Grafen Franz Karl Philipp von Ingelheim und seiner Gemahlin in Sporkenheim (und Gaulsheim) ein letztes Mal gehuldigt. Nach erneuter französischer Besetzung kam es 1807 zur Aufteilung des adeligen Besitzes an die ehemaligen Pächter-Familien, die z.T. bis heute die Sporkenheimer Höfe besitzen:
Gemeinschaftlich blieben ein Hirtenhaus mit Hof und Garten sowie ein Backhaus. Zur französischen Katasterkarte Sporkenheims von 1812 Durch die Vereinigung Ober- und Nieder-Ingelheims mit Frei-Weinheim zur "Stadt Ingelheim am Rhein" 1939 wurde auch Sporkenheim ein Ortsteil der Stadt Ingelheim; es hat sich aber durch seine abgetrennte Lage bis heute seinen dörflichen Charakter voll erhalten. 1949 baute sich die Gemeinde ihr eigenes Gotteshaus "St. Marien" und schuf damit zugleich eine besondere architektonische Zierde im heutigen Ortsbild (siehe oben). Andreas Saalwächter beschreibt im Rheinhessischen Beobachter Nr. 13, vom 22 August 1920 die Ortsstruktur nach einem Aktenbündel aus dem Jahre 1660. Daraus auf einer Extraseite einige Aspekte.
Gs, erstmals: 12.03.06; Stand: 16.05.08 |
